Betreuungskraft (Alltagsbegleiter): Aufgaben, Qualifizierung, Gehalt und Jobs

Eine Betreuungskraft begleitet Pflegebedürftige im Alltag, beim Spaziergang, beim Singen oder im Gespräch, und schafft damit Zeit für Zuwendung, die in der Pflege oft fehlt. Für den Einstieg ist kein Pflegeabschluss nötig, wohl aber eine Qualifizierung mit 160 Unterrichtsstunden und zwei Praktika. Dieser Artikel erklärt Aufgaben und Weg, klärt die Unterschiede zum Alltagsbegleiter und zeigt, was der Beruf im Tarif einbringt.

Veröffentlicht: 05.11.202615 min Lesezeit

Das Wichtigste in Kürze

  • Betreuungskräfte sorgen in Pflegeheimen und Tagespflegen für Aktivierung und Zuwendung. Sie sind ausdrücklich keine Pflegekräfte. Ihre Stellen finanzieren die Pflegekassen über einen eigenen Zuschlag.
  • Typische Aufgaben: Gruppenangebote wie Singen, Basteln und Bewegungsübungen, Spaziergänge, Gespräche, Einzelbetreuung am Bett und die Dokumentation der Angebote.
  • Voraussetzungen: Kein Berufsabschluss, aber ein Orientierungspraktikum von 40 Stunden und eine Qualifizierung mit 160 Unterrichtsstunden und zwei Wochen Praktikum. Im Beruf kommen jedes Jahr 16 Unterrichtsstunden Fortbildung hinzu.
  • Gehalt: Im öffentlichen Dienst (TVöD) bringt etwa die Entgeltgruppe 3 bei Vollzeit 2.953,13 € bis 3.501,81 € im Monat. Bei der Caritas sind es 2.857,60 € bis 3.030,22 € plus Zulage. Für neue Verträge ab 2027 gilt die Entgeltgruppe 2 mit 2.767,54 € bis 3.263,52 € ohne diese Zulage. Die meisten Stellen sind Teilzeitstellen.
  • Alltagsbegleiter: Der Begriff wird oft gleichbedeutend verwendet. Im engeren Sinn meint er Helfer im häuslichen Bereich, deren Schulung die Länder regeln.

Was ist eine Betreuungskraft?

Eine Betreuungskraft begleitet pflegebedürftige Menschen im Alltag und stärkt das, was neben der eigentlichen Pflege oft zu kurz kommt: Gespräche, Bewegung, Beschäftigung und Teilhabe. Im Pflegeversicherungsgesetz heißt die Rolle zusätzliche Betreuungskraft. Alle Bewohner und Gäste von Pflegeheimen und Tagespflegen haben Anspruch auf diese zusätzliche Betreuung und Aktivierung, auch mit Pflegegrad 1. Nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums arbeiteten im Dezember 2023 rund 52.000 Menschen in dieser Funktion. Weitere gebräuchliche Bezeichnungen sind Alltagsbegleiter, Präsenzkraft und Betreuungsassistent. Der Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes fasst Alltagsbegleiter, Betreuungskräfte und Präsenzkräfte sogar in einer gemeinsamen Ziffer zusammen.

Klar geregelt ist auch, was die Rolle nicht ist. Die Betreuungskräfte-Richtlinie (PDF-Seite 3) hält fest: „Zusätzliche Betreuungskräfte sind keine Pflegekräfte.“ Die Unterschiede zu den benachbarten Berufen zeigt die folgende Übersicht:

KriteriumBetreuungskraftAlltagsbegleiter im häuslichen BereichPflegehelfer
EinsatzortPflegeheim, Kurzzeit-, Tages- und NachtpflegeZuhause der PflegebedürftigenHeim, Klinik, ambulanter Dienst
ZugangBundesweite Richtlinie mit 160 UnterrichtsstundenSchulung nach LandesrechtJe nach Stelle ohne oder mit Ausbildung
KörperpflegeWeder regelmäßig noch planmäßigIm Gesetz nicht genanntJa, Kernaufgabe
Behandlungspflege, etwa Medikamente und VerbändeNeinIm Gesetz nicht genanntJe nach Qualifikation

Eigene Zusammenstellung nach der Betreuungskräfte-Richtlinie (PDF-Seiten 2 bis 7), § 45a SGB XI und unserem Artikel zum Pflegehelfer. Stand November 2026.

Was bedeuten § 43b, § 53b und § 53c SGB XI?

In Stellenanzeigen und Kursangeboten stehen hinter der Betreuungskraft gleich mehrere Paragrafen aus dem SGB XI, dem Pflegeversicherungsgesetz. Das sorgt häufig für Verwirrung. Die entscheidende Antwort vorweg: Es handelt sich nicht um verschiedene Berufe oder Abschlüsse, sondern um dieselbe Tätigkeit, die im Gesetz an verschiedenen Stellen geregelt ist oder früher geregelt war.

  • § 43b SGB XI: Der Anspruch der Pflegebedürftigen auf zusätzliche Betreuung und Aktivierung. Darum heißt die Stelle oft „Betreuungskraft nach § 43b“.
  • § 53b SGB XI: Der Auftrag an den Spitzenverband der Pflegekassen, Richtlinien zu Qualifikation und Aufgaben zu beschließen. Die Qualifizierung heißt deshalb oft „nach § 53b“.
  • § 53c SGB XI: Die alte Fundstelle der Richtlinien. Zum 1. Januar 2020 wanderte die Regelung inhaltsgleich in den § 53b (PDF-Seite 1). Heute regelt die Vorschrift die Medizinischen Dienste.
  • § 87b SGB XI: Die Fassung bis Ende 2016, auf der auch die erste Richtlinie von 2008 (PDF-Seite 1) beruhte. Im Gesetz steht an dieser Stelle heute nur noch „weggefallen“, doch in Anzeigen taucht die alte Nummer weiterhin auf.

Eine Anzeige, die eine Betreuungskraft „nach § 43b und § 53c“ sucht, meint also nichts anderes als eine Anzeige mit „§ 53b“. Einige Arbeitgeber verwenden die alten Nummern in ihren Anzeigen weiter. Wer eine Qualifizierung nach einer früheren Fassung abgeschlossen hat, muss nichts nachholen: Nach § 5 Absatz 3 der Richtlinie (PDF-Seite 8) gelten die Anforderungen dann als erfüllt.

Die Finanzierung erklärt, warum diese Stellen so verbreitet sind. Nach § 84 Absatz 8 SGB XI zahlen die Pflegekassen für diese Stellen einen eigenen Zuschlag, und die Pflegebedürftigen selbst dürfen damit nicht belastet werden. § 85 Absatz 8 setzt die Rechengröße: In der Regel werden je Pflegebedürftigem 5 % einer Vollzeitkraft finanziert, also eine zusätzliche Vollzeitstelle je 20 Bewohner. In vollstationären Einrichtungen muss das Betreuungspersonal sozialversicherungspflichtig beschäftigt sein.

Welche Aufgaben hat eine Betreuungskraft?

Die Richtlinie nennt konkrete Beispiele, und die Stellenanzeigen auf pflegejobs-direkt.de greifen genau diese Tätigkeiten immer wieder auf. Vier Felder bestimmen den Alltag:

Alltagsaktivitäten anbieten und begleiten

Betreuungskräfte motivieren Pflegebedürftige zu Tätigkeiten, die ihnen guttun, und begleiten sie dabei. Die Richtlinie zählt unter anderem Malen und Basteln, Kochen und Backen, Musik und Singen, Brett- und Kartenspiele, leichte Gartenarbeiten, Haustierpflege, Spaziergänge, Ausflüge und Bewegungsübungen auf. Hinzu kommen der Besuch von Gottesdiensten und Veranstaltungen sowie das Vorlesen. In vielen Häusern gehören auch jahreszeitliche Feste zum festen Programm.

Für Gespräche und Sicherheit da sein

Ein großer Teil der Arbeit findet ohne sichtbares Programm statt. Betreuungskräfte stehen für Gespräche über Alltägliches und Sorgen zur Verfügung, nehmen durch ihre Anwesenheit Ängste und vermitteln Sicherheit und Orientierung. Besonders im Umgang mit Menschen mit Demenz zählt die Beziehung mehr als das einzelne Angebot. Erinnerungsalben und Fotoalben helfen dabei, an die eigene Lebensgeschichte anzuknüpfen.

Gruppen und Einzelbetreuung gestalten

Gruppenaktivitäten gelten als das geeignete Instrument gegen soziale Isolation und bilden deshalb einen Schwerpunkt. Wer bettlägerig ist oder sich in der Gruppe nicht wohlfühlt, erhält stattdessen Einzelbetreuung. Die Angebote sollen sich an den Wünschen, Fähigkeiten und der Biografie der Menschen orientieren, nicht am Wochenplan allein. Das setzt voraus, die Bewohner gut zu kennen und ihre Stimmung am jeweiligen Tag wahrzunehmen.

Mit der Pflege abstimmen und dokumentieren

Betreuungskräfte arbeiten in enger Absprache mit den Pflegekräften, damit in der Versorgung keine Lücken entstehen. Beobachtungen, etwa zu Stimmung oder Appetit, geben sie an das Pflegeteam weiter, und ihre Angebote dokumentieren sie. Die Grenzen sind klar gezogen: Körperpflege und hauswirtschaftliche Tätigkeiten dürfen weder regelmäßig noch planmäßig dazugehören, Behandlungspflege gar nicht. Erlaubt sind nur Hilfen, die während eines Angebots unaufschiebbar sind, wenn gerade keine Pflegekraft rechtzeitig zur Verfügung steht.

Wie wird man Betreuungskraft?

Für den Beruf ist nach § 4 der Richtlinie (PDF-Seite 5) kein therapeutischer oder pflegerischer Abschluss erforderlich. Das macht ihn zu einem klar geregelten Quereinstieg in die Pflegebranche. Eine staatlich geregelte Berufsausbildung im engeren Sinn ist es nicht, sondern eine Qualifizierung mit festem Mindestumfang. Sie besteht aus diesen Bausteinen:

BausteinUmfangInhalt
Orientierungspraktikum40 StundenVorab in einer Pflegeeinrichtung, um Interesse und Eignung selbst zu prüfen
Basiskurs100 UnterrichtsstundenKommunikation, Demenz und psychische Erkrankungen, Grundkenntnisse der Pflege, Hygiene, Erste Hilfe
Betreuungspraktikum2 WochenIn einer Pflegeeinrichtung unter Anleitung einer Pflegefachkraft, auch aufgeteilt möglich
Aufbaukurs60 UnterrichtsstundenRechtskunde, Hauswirtschaft und Ernährung, Beschäftigung, Bewegung, Zusammenarbeit
Fortbildung im Beruf16 Unterrichtsstunden im JahrWissen auffrischen und die eigene Praxis reflektieren

Quelle: Betreuungskräfte-Richtlinie des GKV-Spitzenverbandes, zuletzt geändert am 21.10.2022, § 4 (PDF-Seiten 5 bis 7). Stand November 2026.

Vorkenntnisse können den Weg verkürzen. Examinierte Altenpfleger, Gesundheits- und Krankenpfleger und Pflegefachleute sowie Absolventen einer mindestens einjährigen Helfer- oder Assistenzausbildung in der Pflege erfüllen die Anforderungen nach § 5 der Richtlinie (PDF-Seite 8) grundsätzlich schon. Wer bereits mindestens 40 Stunden in Betreuung oder Pflege einer Einrichtung gearbeitet hat, muss kein Orientierungspraktikum mehr absolvieren. Andere Vorerfahrungen werden angerechnet, soweit sie nachweislich dieselben Inhalte abdecken.

Kurse bieten Wohlfahrtsverbände und private Bildungsträger in Vollzeit, berufsbegleitend oder online an. Preise und Dauer legen die Anbieter selbst fest, eine amtliche Übersicht oder Kursliste gibt es nicht. Vor der Anmeldung lohnt der Blick auf drei Punkte: Deckt der Kurs den Mindestumfang von 160 Unterrichtsstunden ab, bezieht er sich auf die Richtlinie nach § 53b SGB XI, und ist das Praktikum organisiert? Bewahren Sie außerdem alle Bescheinigungen auf, denn Praktikum, Kurs und Fortbildungen müssen nach der Richtlinie nachgewiesen werden.

Die Kosten lassen sich unter bestimmten Bedingungen übernehmen. Nach § 81 SGB III fördert die Agentur für Arbeit eine Weiterbildung mit einem Bildungsgutschein, wenn sie notwendig ist, um bei Arbeitslosigkeit wieder in den Beruf zu kommen oder drohende Arbeitslosigkeit abzuwenden. Die Beratung muss vor dem Kursbeginn stattfinden, und Kurs und Bildungsträger müssen für die Förderung zugelassen sein. Wer vom Jobcenter betreut wird, fragt dort nach.

Was gilt für Alltagsbegleiter im häuslichen Bereich?

Der Begriff Alltagsbegleiter ist nicht bundesweit als Beruf festgelegt. Im Pflegeversicherungsgesetz taucht er in § 45a SGB XI als Beispiel für „Angebote zur Unterstützung im Alltag“ auf, die Pflegebedürftige und Angehörige im häuslichen Bereich entlasten. Solche Angebote brauchen eine Anerkennung nach Landesrecht und ein Konzept, das auch die Qualifikation der Helfer beschreibt. Die Stundenzahl der Schulung regeln deshalb die Länder selbst, eine einheitliche Vorgabe wie die 160 Unterrichtsstunden gibt es hier nicht. In Heimen wird „Alltagsbegleiter“ dagegen meist gleichbedeutend mit Betreuungskraft verwendet. Wer in beiden Bereichen arbeiten möchte, ist mit der Qualifizierung nach § 53b SGB XI gut aufgestellt, denn sie gilt nach den Qualitätsmaßstäben für die ambulante Pflege (PDF-Seite 8) auch dort als formelle Qualifikation für pflegerische Betreuungsmaßnahmen.

Welche Soft Skills brauchen Betreuungskräfte?

Soft Skills, also persönliche und soziale Fähigkeiten jenseits des Fachwissens, sind bei Betreuungskräften der eigentliche Kern. Die Tätigkeit verlangt keinen Berufsabschluss, wohl aber eine bestimmte Haltung. Die Richtlinie nennt in § 3 (PDF-Seite 5) selbst, worauf es ankommt:

  • Eine positive Haltung gegenüber kranken, behinderten und alten Menschen
  • Empathie und Beziehungsfähigkeit
  • Kommunikation, auch ohne Worte
  • Phantasie, Kreativität und Flexibilität
  • Gelassenheit und psychische Stabilität
  • Teamfähigkeit und Zuverlässigkeit

Die vier wichtigsten im Detail:

Empathie

Betreuungskräfte begegnen Menschen in einer verletzlichen Lebensphase, oft mit Demenz. Sie müssen spüren, ob heute Singen oder stilles Dabeisitzen das Richtige ist. Wer Zuwendung nur als Programmpunkt versteht, erreicht diese Menschen kaum.

Kommunikation ohne Worte

Bei fortgeschrittener Demenz tragen Worte oft nicht mehr. Die Richtlinie verlangt deshalb ausdrücklich die Fähigkeit zu nonverbaler Kommunikation, also über Blick, Berührung und Tonfall. Auch Angehörige brauchen ein offenes Ohr, wenn sie sich Sorgen machen.

Kreativität

Dieselbe Bastelrunde funktioniert nicht für jede Gruppe und nicht an jedem Tag. Betreuungskräfte planen Angebote, passen sie spontan an und finden Ideen für Menschen mit sehr unterschiedlichen Fähigkeiten. Ein Wochenplan hilft dabei, mehr als ein Rahmen ist er aber selten.

Psychische Stabilität

Krankheit, herausforderndes Verhalten und Abschiede gehören zum Alltag. Die Richtlinie nennt deshalb psychische Stabilität und die Fähigkeit, sich abzugrenzen, als Eignungsmerkmale. Genau dafür dient auch die jährliche Fortbildung, in der die eigene Praxis reflektiert wird.

Bei welchen Arbeitgebern arbeiten Betreuungskräfte?

Der Schwerpunkt liegt dort, wo die Finanzierung über die Pflegekasse greift. Daneben gibt es weitere Einsatzfelder. Wie der Arbeitstag aussieht, hängt stark von der Einrichtung ab:

  • Stationäre Altenpflege: Hier entsteht der größte Teil der Stellen, auch in den Anzeigen auf pflegejobs-direkt.de. Betreuungskräfte sind hier festen Wohnbereichen zugeordnet und bauen über Monate Beziehungen auf, Wochenenddienste kommen je nach Haus hinzu.
  • Tagespflege: Die Gäste kommen tagsüber und fahren abends nach Hause. Das bedeutet festere Arbeitszeiten und ein stark vom Gruppenprogramm geprägtes Tagesgerüst.
  • Ambulante Dienste und Betreuungsdienste: Betreuung im Zuhause der Pflegebedürftigen, oft einzeln und mit Fahrtzeiten. In manchen Anzeigen wird auch ein Führerschein verlangt. Die Betreuungsdienste nach § 71 Absatz 1a SGB XI sind auf solche Leistungen spezialisiert.
  • Behindertenhilfe und Krankenhäuser: Hier gibt es solche Stellen in deutlich kleinerem Umfang. Der Anspruch und die Finanzierung nach dem Pflegeversicherungsgesetz gelten nur für Pflegeeinrichtungen.

Die meisten Ausschreibungen richten sich an Teilzeitkräfte, Vollzeitstellen sind deutlich seltener. Der Beruf eignet sich dadurch für den Wiedereinstieg und für Menschen, die bewusst nicht in Vollzeit arbeiten möchten. Die rechnerische Vollzeitstelle je 20 Bewohner lässt sich entsprechend auf mehrere Teilzeitkräfte verteilen.

Aktuelle Stellen für Betreuungskräfte und Alltagsbegleiter

Alle offenen Stellen bündelt unser Bereich Betreuungskraft. Nach Einrichtungsart sortiert finden Sie Anzeigen in den Bereichen Stationäre Altenpflege, Tagespflege und Ambulanter Pflegedienst. Eine Auswahl aktueller Anzeigen:

Offene Stellen für Betreuungskräfte und Alltagsbegleiter

Aktuell 235 offene Stellen für Betreuungskräfte und Alltagsbegleiter in Pflegeheimen, Tagespflegen und ambulanten Diensten.

Wie hoch ist das Gehalt einer Betreuungskraft?

Eine einheitliche Gehaltstabelle für Betreuungskräfte gibt es nicht, weil jeder Tarifvertrag den Beruf anders einordnet. Die wichtigsten Maßstäbe sind der TVöD, also der Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes, und die AVR, die Arbeitsvertragsrichtlinien der Caritas. In beiden stehen Betreuungskräfte nicht in der Pflegetabelle. Im TVöD entfällt damit auch die Pflegezulage. Die Von-bis-Werte entstehen durch Stufen: Mit wachsender Erfahrung beim selben Arbeitgeber rückt man auf, und im TVöD ist die letzte Stufe nach 15 Jahren erreicht. Alle Beträge gelten brutto bei Vollzeit, Teilzeitkräfte erhalten den entsprechenden Anteil. Bei 30 statt 39 Wochenstunden ergeben sich aus den 2.953,13 € der Entgeltgruppe 3 rund 2.270 €.

MaßstabEinordnungVonBis
TVöD VKAEntgeltgruppe 32.953,13 €3.501,81 €
TVöD VKAEntgeltgruppe 42.994,17 €3.620,20 €
AVR Caritas West, Verträge bis 2026Vergütungsgruppe 102.857,60 €3.030,22 €
AVR Caritas Ost, Verträge bis 2026Vergütungsgruppe 102.849,26 €3.021,37 €
AVR Caritas, neue Verträge ab 2027Entgeltgruppe 22.767,54 €3.263,52 €
Entgeltatlas 2025Mittlere Hälfte aller Gehälter, Median (mittlerer Wert) 3.203 €2.675 €3.860 €
Pflegemindestlohn16,52 € je Stunde bei 39 Stundenrund 2.800 €–

Monatsbeträge in € brutto bei Vollzeit, ohne Zulagen. Quellen: dbb, Entgelttabelle TVöD VKA, gültig ab 01.05.2026 (PDF-Seite 3, Stufen 1 bis 6); Faktenblatt Vergütung Betreuungskraft der Dienstgeberseite der AK Caritas, West Stand Februar 2026, Ost Stand Januar 2026 (erstes bis ab elftes Berufsjahr); Tabellen der AVR Caritas 2027 (PDF-Seite 114, Stufen 1 bis 5); Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit, Berufsschlüssel 83141, Datenjahr 2025; § 2 der 7. Pflegearbeitsbedingungenverordnung, eigene Umrechnung mit dem Faktor 4,348.

Gehaltsspannen für Betreuungskräfte bei Vollzeit (ohne Zulagen)

TVöD EG 3 2.953–3.502 €

TVöD EG 4 2.994–3.620 €

Caritas VG 10 West 2.858–3.030 €

Caritas VG 10 Ost 2.849–3.021 €

Caritas EG 2, neue Verträge ab 2027 2.768–3.264 €

Entgeltatlas 2025 2.675–3.860 €

2.5003.0003.5004.000

Angaben in € brutto im Monat

Wie ordnet der TVöD Betreuungskräfte ein?

Die Entgeltordnung der kommunalen Arbeitgeber (VKA) (PDF-Seite 151) führt Alltagsbegleiter, Betreuungskräfte und Präsenzkräfte unter einer eigenen Ziffer, verweist aber nur auf die allgemeinen Tätigkeitsmerkmale (PDF-Seite 121). Eine feste Gruppe nennt sie damit nicht, entscheidend sind die Anforderungen der konkreten Stelle. Die Merkmale beginnen bei der Entgeltgruppe 2 für einfache Tätigkeiten, die nur eine fachliche Einarbeitung verlangen. Entgeltgruppe 3 setzt eine eingehende fachliche Einarbeitung voraus. Entgeltgruppe 4 verlangt mindestens zu einem Viertel gründliche Fachkenntnisse oder schwierige Tätigkeiten. Die eigene Tabelle für Sozial- und Erziehungsberufe, die S-Tabelle, ist für diese Tätigkeit nicht vorgesehen, denn die Ziffer verweist ausdrücklich auf die allgemeinen Merkmale.

In einzelnen Anzeigen auf pflegejobs-direkt.de stand die Vergütung im November 2026 ausdrücklich im Text: Das Evangelische Johanneswerk nannte mindestens 2.909 € bei Vollzeit nach Entgeltgruppe 3 der AVR Diakonie, die AWO Hessen-Süd einen Haustarif mit einem Einstieg ab 2.978 €.

Im öffentlichen Dienst kommen die Jahressonderzahlung, eine Art Weihnachtsgeld, von 90 % eines Monatsgehalts nach § 52a BT-B (PDF-Seite 16) sowie Zuschläge für Sonntage, Feiertage und Nachtarbeit hinzu. Wie diese Werte zustande kommen, erklärt unser Artikel zur TVöD Pflege Tabelle. Eine Vollzeitkraft in Entgeltgruppe 3 kommt damit ohne Zuschläge auf rund 38.100 € im Einstieg und rund 45.170 € in Stufe 6.

Was zahlt die Caritas?

Für Arbeitsverträge bis Ende 2026 gilt bei der Caritas die Vergütungsgruppe 10 der Anlage 2 AVR, nicht die Pflegetabelle. Die Dienstgeberseite, also die Arbeitgebervertretung der Caritas, hat den Jahreswert für Vollzeitkräfte in den westlichen Regionen durchgerechnet:

Bestandteil1. Berufsjahr5. Berufsjahrab 11. Berufsjahr
Regelvergütung im Monat2.857,60 €2.930,75 €3.030,22 €
Zulage im Monat133,80 €133,80 €133,80 €
Schichtzulage im Monat77,77 €77,77 €77,77 €
Weihnachtszuwendung2.378,91 €2.435,61 €2.512,71 €
Urlaubsgeld524,63 €524,63 €524,63 €
Gesamt im Jahr39.733,58 €40.668,08 €41.938,82 €

Beträge in € brutto bei 39 Wochenstunden, ohne Zeitzuschläge. Die Schichtzulage hängt von den Arbeitszeiten ab und ist hier als Mindestwert berücksichtigt. Quelle: Faktenblatt Vergütung Betreuungskraft, Dienstgeberseite der AK Caritas, Ausgabe West, Stand Februar 2026 (PDF-Seite 2).

Die Zulage von 133,80 € erhält, wer mindestens ein Viertel der vereinbarten Arbeitszeit gemeinsam mit Pflegebedürftigen tagesstrukturierend, aktivierend, betreuend oder pflegend tätig ist. Ab dem 1. Januar 2027 gelten die AVR Caritas 2027 (PDF-Seite 85) mit einer neuen Entgeltordnung. Dann kommt es darauf an, wann der Arbeitsvertrag geschlossen wurde:

  • Neue Verträge ab 2027: Bei demselben Tätigkeitsumfang stehen Betreuungskräfte bis Ende 2035 in Entgeltgruppe 2, wobei es in Stufe 6 bis dahin nur den Betrag der Stufe 5 gibt. Nach der Tabelle der AVR 2027 (PDF-Seite 114) sind das 2.767,54 € bis 3.263,52 € im Monat. Die Zulage von 133,80 € entfällt (PDF-Seite 95), und die Jahressonderzahlung beträgt in dieser Gruppe 86 % (PDF-Seite 35).
  • Bestehende Verträge: Wer schon vor 2027 nach Vergütungsgruppe 10 arbeitet, bleibt dort und behält die Zulage bis Ende 2035 (PDF-Seite 95).
  • Wechsel auf Antrag: Bestandskräfte können in die neue Gruppe wechseln und verlieren damit die Zulage. Der Antrag (PDF-Seite 212) ist in den Jahren 2027 und 2028 zu jedem Quartalsbeginn möglich und muss acht Wochen vorher gestellt werden. Auf Verlangen muss der Arbeitgeber zuvor verbindlich mitteilen, in welche Gruppe es ginge.

Der Einstieg in Stufe 1 der Entgeltgruppe 2 liegt rechnerisch leicht unter dem Pflegemindestlohn von rund 2.800 €, der in Pflegebetrieben trotzdem als Untergrenze gilt. Die Beträge stammen aus der Fassung der AVR vom März 2026 und können sich bis zum Start im Januar 2027 noch ändern. Für die Region Ost nennt die Tabelle für 2027 (PDF-Seite 119) in dieser Gruppe 2.836,73 € bis 3.345,11 €. Mehr zum neuen Tarifwerk steht in unserem Artikel zur AVR Caritas Gehaltstabelle.

Was zeigen Statistik und Mindestlohn?

Eine genaue amtliche Gehaltsstatistik für Betreuungskräfte gibt es nicht. Der Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit ordnet sie einer kleinen Gruppe von Helfern in der Heilerziehungspflege und Sonderpädagogik zu. Der Median, also der mittlere Wert, von 3.203 € für das Datenjahr 2025 gibt daher nur eine ungefähre Orientierung und gilt für Vollzeitbeschäftigte. Regional liegen die fünf ausgewiesenen Länder zwischen 2.964 € in Niedersachsen und 3.273 € in Nordrhein-Westfalen. Nach unten begrenzt der Pflegemindestlohn das Gehalt in Pflegebetrieben: Da Betreuungskräfte nach § 1 der Verordnung zu den erfassten Beschäftigten gehören, gelten für sie seit dem 1. Juli 2026 mindestens 16,52 € und ab dem 1. Juli 2027 16,95 € je Stunde. Die höheren Stufen setzen eine Pflegeausbildung voraus und greifen deshalb in aller Regel nicht.

Welche Perspektiven haben Betreuungskräfte?

Die Stellen hängen an einer gesetzlich festgelegten Finanzierung, und die Rolle ist in Heimen fest etabliert. Wer mehr Verantwortung oder ein höheres Gehalt sucht, hat drei Wege:

  • Leitung der sozialen Betreuung: Größere Häuser schreiben die Koordination des Betreuungsteams als eigene Stelle aus, manche Träger suchen zudem Fachkräfte für soziale Betreuung.
  • Pflegefachassistenz: Ab 2027 führt die neue bundeseinheitliche Ausbildung in 18 Monaten zur Pflegefachassistenz. Damit öffnet sich der Weg in die Pflege selbst und in eine höhere Gehaltsgruppe. Einzelheiten erklärt unser Artikel zum Gehalt und zur Ausbildung von Pflegehelfern.
  • Pflegefachkraft: Die dreijährige Ausbildung führt in die Entgeltgruppe P 7. Von dort sind Praxisanleitung und Pflegedienstleitung erreichbar. Passende Stellen sammelt der Bereich Ausbildung Pflege.

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Fazit

Die Betreuungskraft ist ein klar geregelter Einstieg in die Pflegebranche: 40 Stunden Praktikum vorab, 160 Unterrichtsstunden, zwei Wochen Betreuungspraktikum und 16 Stunden Fortbildung im Jahr, ganz ohne Berufsabschluss. Das Gehalt liegt bei Vollzeit in den Tarifwerken bei rund 2.770 € bis 3.620 € im Monat. Die meisten Stellen sind jedoch Teilzeitstellen. Wer Menschen im Alltag begleiten möchte, ohne selbst zu pflegen, findet hier eine Aufgabe mit klaren Grenzen und Wegen nach oben. Wir hoffen, dass wir Ihnen damit weiterhelfen konnten!

FAQ: Häufige Fragen zur Betreuungskraft

Zum Einstieg in den Beruf und zu seinen Grenzen bleiben oft diese sechs Fragen offen.

Was ist der Unterschied zwischen einer Betreuungskraft nach § 43b und nach § 53c?

Es gibt keinen. § 43b SGB XI enthält den Anspruch der Pflegebedürftigen, die Richtlinien zur Qualifikation stehen seit dem 1. Januar 2020 in § 53b SGB XI. Die Angabe § 53c ist die frühere Fundstelle derselben Regelung und § 87b die noch ältere. Alle Bezeichnungen meinen dieselbe Tätigkeit und dieselbe Qualifizierung.

Wie lange dauert die Ausbildung zur Betreuungskraft?

Vorgeschrieben ist keine Dauer, sondern ein Umfang: 40 Stunden Orientierungspraktikum, 100 Unterrichtsstunden Basiskurs, zwei Wochen Betreuungspraktikum und 60 Unterrichtsstunden Aufbaukurs. In Vollzeit lässt sich das in wenigen Monaten absolvieren, berufsbegleitend dauert es entsprechend länger. Genaue Zeiten und Preise legen die Anbieter selbst fest.

Was kostet die Qualifizierung zur Betreuungskraft, und wer bezahlt sie?

Feste Preise schreibt niemand vor, deshalb nennen wir keinen pauschalen Betrag. Vergleichen Sie mehrere Anbieter und fragen Sie nach, was die Kursgebühr einschließt. Bei Arbeitslosigkeit oder drohender Arbeitslosigkeit kann die Agentur für Arbeit die Kosten mit einem Bildungsgutschein nach § 81 SGB III übernehmen, wenn sie vorab beraten hat und der Kurs zugelassen ist.

Dürfen Betreuungskräfte Bewohner waschen oder Medikamente geben?

Nach der Richtlinie (PDF-Seite 4) dürfen sie weder regelmäßig noch planmäßig in körperbezogene Pflege oder Hauswirtschaft eingebunden werden. Behandlungspflege wie die Medikamentengabe bleibt ausschließlich qualifizierten Pflegekräften vorbehalten. Erlaubt sind Hilfen, die während eines Angebots unaufschiebbar sind, wenn keine Pflegekraft rechtzeitig zur Verfügung steht. Wer auf die Einhaltung dieser Grenzen hinweist, darf dadurch keine Nachteile erleiden.

Was verdient ein Alltagsbegleiter?

Das hängt davon ab, was gemeint ist. In einem Pflegeheim wird ein Alltagsbegleiter in aller Regel wie eine Betreuungskraft vergütet, also bei Vollzeit in den Tarifwerken mit rund 2.770 € bis 3.620 € im Monat. Im öffentlichen Dienst gilt dafür dieselbe Ziffer der Entgeltordnung. Bei privaten Anbietern im häuslichen Bereich ist die Bezahlung freier geregelt. Dort gilt mindestens der Pflegemindestlohn, wenn der Betrieb darunter fällt, und sonst der allgemeine Mindestlohn.

Kann ich als Betreuungskraft auch ohne Vorerfahrung anfangen?

Ja, die Qualifizierung setzt weder Berufsabschluss noch Pflegeerfahrung voraus, und das Orientierungspraktikum dient gerade dazu, die eigene Eignung zu prüfen. Manche Arbeitgeber verlangen die abgeschlossene Qualifizierung schon bei der Bewerbung, andere sind offen für Quereinsteiger. Prüfen Sie das in der jeweiligen Anzeige. Einen ersten Überblick über die Stellen gibt der Bereich Betreuungskraft.